Let’s talk kiss

Ein Kuss. Zwei Energien im Aufeinandertreffen. Verschmelzung.
Die Sinne jubilieren, ein Gefühl auf allen Ebenen. Tropfen für Tropfen, perlt süß der Nektar von den Lippen. Eine warme Explosion, welche sich im Herzen ausbreitet. Die Zellen im Körper tanzen, der Geist weitet sich. Gemeinsam in Freiheit. Diese Welt Welt sein lassen, abtauchen, tief eintauchen in eine andere. So wohltuend und energiebringend, wie die ersten warmen Tage. Und die tun gut, so gut.

Ein Kuss ist ein Dialog zweier Herzen.
Dann, wenn zwei Münder aufeinander treffen um in- und miteinander zu versinken. Sanft, weich, vollmundig. Intensiv, fließend, vibrierend.
Pur. Pures Gefühl, pures Handeln, pures Empfinden, purer Austausch, purer Dialog, pures Herz.
Ein Kuss kann nicht lügen, ein Kuss trägt alle Wahrheit in sich. Mehr Wert als 1.000 Worte. In der Stille des unausgesprochenen Wortes liegt seine Stärke. Ein Augenblick – der Moment in dem der erste Hauch der Lippen zu spüren ist – und alles ist gesagt. Die Energien haben sich verbunden, die Herzen ausgetauscht.

Ganz gleich welcher Schwingung, im Kuss ist mehr Herz als man vielleicht annehmen mag. Denn, keine andere Körperstelle hat so eine dünne Hautschicht wie die Lippen und auch die Haut selbst ist durch das Fehlen von  Haaren, Schweißdrüsen und lediglich einer minimalsten Anzahl von Talgdrüsen einmalig am Körper. Einmalig im doppelten Sinne, da jeder Lippenabdruck individuell wie der Fingerabdruck ist.

Mit nichts kann man feiner und intensiver fühlen und wahrnehmen als mit dem Tastorgan Lippen. Entsprechend weisen sie eine sehr hohe Nervendichte auf. Und, hier schließt sich der Kreis: Alles was wir fühlen, findet im Herzen statt.
Man fühlt, welche Energie in einem Kuss mitschwingt. „ich möchte Dir nahe sein“, „ich möchte Dich spüren“, „ich bin bei Dir“, „ich hab Dich lieb aber ich bin gerade beschäftigt“, „lass mich in Ruhe, ich habe Migräne“, „ich bin stolz auf Dich“, „ich möchte anderen zeigen was Du mir bedeutest“, „wir gehören zusammen“, „ich wünsche Dir einen schönen Tag“, „ich bin froh Dich zu sehen“ …

Bereits die Platzierung des Kusses ist eine klare Auskunft. Ich erinnere mich dabei stets an ein Gedicht, was in meinem geliebten Geburtstagskalender aus Jugendtagen gedruckt war, welcher romantisch inszeniert war:

Auf die Hände küsst die Achtung,
Freundschaft auf die offne Stirn,
Auf die Wange Wohlgefallen,
Sel’ge Liebe auf den Mund.

Auf’s geschloss’ne Aug’ die Sehnsucht,
In die hohle Hand Verlangen,
Arm und Nacken die Begierde,
Überall sonst die Raserei.
                                     Franz Grillparzer

All die Kussarten haben das Ziel, den Anderen zu achten, Respekt zu zollen und ein gutes Gefühl zu vermitteln, etwas Positives zu besiegeln. Traditionell ist es einhergehend mit Liebe, Freundschaft, Ehrerbietung.

Genug Grund also, ein wenig tiefer zu fühlen. Im Folgenden einige Kussarten, welche in der westlichen Kultur klassischer Weise zu finden sind.
Da wären einmal den Stirnkuss, welcher freundschaftlich sein kann aber auch gerne in einer Partnerschaft vom Mann platziert wird, wenn dieser wie oftmals gegeben größer ist und sein Mund automatisch schon auf Stirnhöhe liegt, wenn er neben der Frau steht. Der Wangenkuss, welcher lediglich angedeutet ist und in vielen Ländern auch gerne als Begrüßung genommen wird, hier kann es schnell verwirrend werden, wo wie viele Küsschen angebracht und höflich sind. Ebenso kann er, als richtiger Kuss platziert, Stolz und Freude verkörpern.
Der Luftkuss, den man Familie, Freunden oder dem Partner gerne zuwirft, der Handkuss, welcher in unterschiedlichen Situationen eingesetzt wird, meist aber Respekt und Verehrung, manchmal auch Unterwerfung zeigen kann. Man denke an den Kuss eines Gentleman auf die von der Dame ausgestreckte Hand, an den angedeuteten Kuss auf den Ring der Königin, an den Handkuss für den Papst…
Es gibt den Bruderkuss, welcher eine Ehrerbietung zwischen Männern ist, meist im politischen Sinne zwischen zwei Staatsmännern eingesetzt, welche sich bei einer Umarmung küssen. Man denke nur an das berühmte Foto und Gemälde des Kusses zwischen Gorbatschow und Honecker. Auch heute werden Politiker so gerne von Künstlern vereint.

Dies zum Einstieg Beispiele von Küssen, welche für die meisten Leute auch in der Öffentlichkeit „akzeptiert“ sind. Immerhin 10% der Menschen führen ein Leben, in dessen Kultur Küsse sogar garnicht dazu gehören. Für die anderen 90% fallen die Bedeutung und Interpretation dann teilweise sehr unterschiedlich aus, so wurden öffentliche Küsse in China beispielsweise noch vor wenigen Jahren als genauso schlimm angesehen wie Kanibalismus. Auch andere Länder haben mit öffentlichen Küssen so ihre Probleme beziehungsweise steht es teilweise sogar unter Strafe. Dies ist in sofern auch verständlich, als dass ein Kuss eine sehr persönliche und intime Handlung ist.
Manche sagen sogar, die intimste Handlung schlechthin. Man denke nur an den Film Pretty Woman, in welchem Julia Roberts als Prostituierte zu verstehen gibt, dass sie Kunden niemals küsst, da dies zu persönlich sei. Sie steht hier stellvertretend für viele Kollegen, wie eine Umfrage bestätigt. Doch nicht nur Frauen mit dieser Berufung, auch Frauen generell finden küssen intimer als Sex.

Und Intimer oder bedeutungsvoller als Sex ist Küssen allemal. Warum? Weil Küsse wie bereits erwähnt nicht lügen können. Weil die Geste noch präziser ist und der Partner der einzige ist, der den Kuss instinktiv deuten kann. Beim Sex hingegen kann die Wahrheit versteckt oder überspielt, Lust und Liebe vorgetäuscht werden.
Studien belegen außerdem, dass Zärtlichkeiten in Form von Streicheln, Kuscheln und eben auch Küssen für Glück in der Partnerschaft sorgen und eine höhere Wichtigkeit als Sex haben. Küssen ist alltäglicher, sagt Psychologe John Gottman. Und eine glücklich Beziehung basiert schließlich nicht auf häufig oder selten groß gelebten Momenten, sondern definiert sich darüber, dass der tägliche Umgang miteinander stimmt. So haben auch in einer kriselnden Partnerschaft die Küsse meist längt vor dem Sex aufgehört. Demnach ist das Küssen ein ganz gutes Glückliches-Pärchen-Barometer.

Da Küssen so intim ist, gibt es auch Küsse, die sich in der Regel nur im privaten Raum abspielen. Der Zungenkuss ist wohl eher hier einzuordnen, wobei dieser auch gerne mal in der Öffentlichkeit zelebriert wird.
Ja wahrlich, ihm gebührt das Zelebrieren. Ihm gebühren höchste Werte zugeordnet.
Der Zungenkuss hat eine ganz besondere Bedeutung, besonders wenn es der erste ist. Ihn sollte man aufbauen, inszenieren und vor allem genießen. Ihm sich vollkommen hingeben.
Dennoch, so ist es, es gibt unterschiedliche Kusstypen, welche sich grob in Vorliebe mit oder ohne Zunge unterteilen lassen. Das ist auch vollkommen berechtigt und man sollte sich beim Küssen immer wohl fühlen. Mädels, bitte Küsse abbrechen wenn es sich nicht gut anfühlt!
Hierzu sei angemerkt, dass, ein Zungenkuss nicht genießen zu können, hauptsächlich daran liegen mag, dass er nicht einfach so daher geküsst oder aufgedrängt sein darf, sondern wahres Zungenspitzengefühl einfordert. Für manche reicht hier auch eine kurze Berührung. Dabei darf nur das Gefühl, das Herz die Bewegung steuern. Es Bedarf hoher Sensibilität, hoher Feinfühligkeit, hohem Einfühlungsvermögen. Ein Gefühl für das Gefühl des Anderen.
Denn wenn es dann geschieht und die Zungen sich treffen um miteinander zu tanzen, tanzen die Herzen. Wortwörtlich, man trägt sein Herz auf der Zunge. In der ursprünglichen chinesischen Medizin ist die Zunge dem Herzen zugeordnet, insbesondere die feinfühlige Spitze. So kann man sich direkt in das Herz des anderen fühlen.
Zu einem Kuss gibt es keine Anweisung, außer, dass man seinem Gefühl nachgehen sollte. Beim vorsichtigen Herantasten findet man in der Regel gemeinsam in eine Harmonie. Und sei dem nicht so, darf man auch so gefühlvoll wie der Kuss selbst mit dem Partner drüber reden.

FOUND MY MEE Hit: Es Bedarf keinem wilden Tanz in den Mundhöhlen. Lasst Eure Zungenspitzen einander berühren und bleibt damit für eine Weile in Stille. So könnt Ihr die Herzenergie am Besten wahrnehmen. Nehmt Euch bewusst Zeit, um da rein zu fühlen, je mehr Ihr Euch konzentriert in dieser Wahrnehmung übt, desto mehr werdet Ihr spüren. #worthatry #worthafeeling.

Der Kuss, mal mit mehr, mal mit weniger Zunge, ist in einer Partnerschaft in der Regel ein wegweisender Schritt, der tatsächliche Zungenkuss wird gerne als unausgesprochenes Versprechen gesehen. Sofern der Kuss gut war. Denn, dies besagt eine Umfrage vom Psychologen Gordon Gallup von der State University of New York in Albany aus dem Jahr 2007, dass eine anfängliche Attraktivität nach einem schlechten Kuss komplett verflogen sein kann!
Doch wenn der erste Kuss gut war, dann ist der Grundstein gelegt. Auch im Film wird dieser eine bedeutende Kuss seit jeher gerne inszeniert, es gibt gar Auszeichnungen für den besten Filmkuss. Auch bei der Vermählung heißt es: „Du darfst die Braut jetzt küssen“ – hiermit wird die Partnerschaft besiegelt.
Übrigens: Bei einem leidenschaftlichen Kuss pressen die Lippen mit einem Druck von bis zu 15 Kilogramm aufeinander und lassen die Hormonproduktion nebenbei auf Hochtouren laufen.

Sicher ist, dass Küssen Nähe aufbaut. Stillen, eine absolute Nähe, ist bereits eine Form des Küssens, welches uns sozusagen mit in die Wiege gelegt wurde. Sicher ist ebenso, dass Küssen fasziniert. Inzwischen gibt es unterschiedlichste Formate und Künstlerprojekte, bei welchen sich Fremde …küssen. Mit dem Ergebnis, dass sie sich hinterher näher beziehungsweise mehr verbunden fühlen als vorher. Die ersten Bilder dieser Gegenüberstellung zeigen eine etwas peinliche, unangenehme, schamvolle, unsichere und unbeholfene Situation. Kein Wunder, so baut man, bevor es zu einem Kuss kommt, in der Regel eine körperliche und vor allem emotionale Ebene auf. Die weiteren Bilder, in welchen der Kuss seinen Lauf nimmt, zeigen dann aber sehr viel Leidenschaft, Nähe und Vertrautheit. Als wäre man sich tatsächlich schon lange vertraut…

Dem Kuss ist eine ganze Wissenschaft zugeordnet, diese nennt sich Philematologie und erforscht alles rund um den Kuss. Hier ein paar wissenschaftliche Fakten:

  • Je nach Kussintensität werden zwischen 29 und 38 Gesichtsmuskeln beansprucht und pro 3 Kussminuten werden 12 Kalorien verbrannt.
  • Küssen ist eine Generationsfrage: Heute dauert ein Durchschnitts-Kuss doppelt solange wie noch vor 20 Jahren, damals waren es noch 6 Sekunden.
  • beim Küssen steigt der Adrenalinspiegel, die Durchblutung wird gefördert und durch den Speichelaustausch wird unser Immunsystem gekräftigt. Durch die Ausschüttung von Endorphinen (oder auch durch die Herzenergie, ganz wie man mag) strahlt das Gesicht nach einem guten Kuss eine ganz andere Energie als vorher aus. Es wirkt klarer, straffer, die Wangen sind rosig gefärbt, die Lippen rot und die Augen leuchten. Energie kann ganz schön viel bewirken!

Denn beim Kuss geht es um Energie. Den Austausch zweier Energien, den Aufbau einer Energie. Daher, Mädels, überlegt Euch bitte gut mit wem ihr einen Kuss teilen wollt. Von wem Ihr die Energie aufnehmen wollt. Und überlegt Euch noch besser, wem Ihr Euren ersten Kuss schenkt!

FOUND MY MEE Shit: Während 97% der Mädels beim Küssen die Augen schließen, tun es nur 30% der Jungs. Dabei lässt es sich mit geschlossenen Augen doch viel besser fühlen!
Dies mag aber daran liegen, dass, auch laut Studie, ein Kuss von Frauen und Männern unterschiedlich aufgefasst wird. Deutschlands bekannteste Kussforscherin Ingelore Ebberfeld fand in einer Studie heraus, dass Frauen sich beim Küssen mehr auf das Gefühl konzentrieren und die Frage, ob der Mann passend für eine Beziehung ist, wohingegen Männer den Kuss bereits als Vorspiel oder Schlüssel zum Sex sehen.

Dass der Kuss auch schnell in eine sexuelle Energie umschlagen kann, weiß beziehungsweise fühlt jeder. Besonders bei der Frau ist der Mund energetisch stark mit ihrem Schoßraum verknüpft. Öffnet sich die Energie im Mund, öffnet sie sich daraufhin auch im Schoß. Ist der weibliche Kiefer angespannt und öffnet er sich nicht in seiner vollen Möglichkeit, so ist der Schoß einer Frau meist ähnlich verkrampft.

Noch intimer – oder, laut der amerikanischen Autorin Peggy Orenstein, welche Mädels zur Sexualität befragt hat – auch nicht, ist der Intimkuss, auch Oralverkehr genannt. Dieser wird im heutigen Zeitgeist teilweise als symbolische Eintrittskarte für Partys eingesetzt – #FoundMyMeeShit #havenanopinion #FoundMyMeehasaquestion #Mädelsseideseuchwert.

Weit weniger intim sind der Nasen- und der Schmetterlingskuss. Beim Nasenkuss werden zur Begrüßung die Nasen aneinander gerieben. Dies intensiviert die beim Küssen ohnehin schon intensive Aufnahme vom Geruch des Partners. Unbewusst wird so von unserem Immunsystem gescannt, ob es eine passende Partnerwahl zur Familiengründung ist. Man muss sich eben gut riechen können. Ebenso wird bei Küssen auch der Geschmack „abgeschmeckt“. Der Schmetterlingskuss ist ein zarter Wimpernschlag, welcher den Gegenüber berührt, vergleichbar mit der Berührung eines Schmetterlingsflügels.

Gerne wird der Kuss als „die schönste Nebensache der Welt“ betitelt. Überall wird um seine Aufmerksamkeit gebuhlt, man denke alleine an die Erfindung des Lippenstifts, welcher die Aufmerksam des Gegenüber auf die Lippen lenken soll. Zu recht, solange man sich aussuchen kann, wer in den Genuss kommen darf. Wer in der Herzenergie baden darf, wem man seine Herzenergie schenken möchte. Früher gab es noch den Besiegelungskuss, sozusagen eine Besiegelung mit Herz, heute wird unterschrieben, sozusagen eine Besiegelung mit Intellekt. FOUND MY MEE sagt, es ist Zeit sich bewusst Zeit für’s Küssen zu nehmen. Den Kuss zu feiern, es zu zelebrieren. In diese zarte, liebevolle, gefühlvolle, intensive, manchmal wilde Energie einzutauchen.
Sich im Kuss zu verlieren, sich im Kuss zu finden, sich im Kuss zu begegnen.
Nicht nur am 6. Juli, dem internationalen Tag des Kusses – Ein Hoch auf den Kuss!

Seid es Euch wert!

 

HINGABE – In dieser Kategorie geht es um emotionale Themen, um Werte und die verschiedenen „erste Male“. Im Leben geht es um Momente und dessen Zauber soll hier gezeigt werden.  

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